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Menschen
Veröffentlicht am 13.01.2023
von Isabel

Tracht gehört zur Alpenstadt

Ein Trachtenverein wirkt von außen ja fast wie eine geschlossenen Gesellschaft. Wer sind die Menschen, die heute in Trachtenvereinen organisiert sind, und was fasziniert junge Leute, sich im Verein zu engagieren? Mit großer Leidenschaft erklären Willy Weber, 1. Vorstand des  1. Reichenhaller Heimat- und Gebirgstrachten-Erhaltungsverein SAALACHTHALER e. V., und seine Frau Tanja die zahlreichen Projekte des ältesten der vier Trachtenvereine der Stadt Bad Reichenhall.

 

„Grundsätzlich sind unsere Aufgaben die Dialektbewahrung und die Brauchtumspflege im christlichen Jahreskreis,“ erklärt Tanja Weber, die als Grundschullehrerin arbeitet und im Verein die Kindergruppe leitet. Die Gründung der Trachtenvereine geht zurück auf Prinzregent Luitpold, der die Förderung und den Erhalt des „heimischen Gwands“ anordnete. „Unser Verein wurde 1900 gegründet. Wir haben aktuell rund 290 Mitglieder, dazu kommen etwa 50 Kinder. Unsere Tracht ist die Miesbacher Tracht, die Herren tragen die lichtgraue Jacke, dazu Lederhose oder die graue lange Hose als eleganten Anzug. Die Frauen tragen ein schwarzes Kleid, das Muster der Seidenschürze kann variieren, die Farben sind aber stets grau, blau und weiß. Die Tracht ist sehr aufwändig, sie wird maßgeschneidert, schon die Grundausstattung kostet etwa 3000 Euro, dazu kommen Schuhe, Hut und Schmuck. Wer kann, gibt sie in der Familie weiter. In der Tracht wird auch geheiratet, zur Hochzeit ziert eine bunten Schürze das schwarze Kleid.

Tanzen gehört schon im Kindesalter zum Trachtenverein, auch bei den Saalachthalern wird  selbstverständlich geplattelt. Die Trachtler sind im Gauverein I organisiert, dem 118 Vereine aus Oberbayern angehören, und der jährlich Wettkämpfe veranstaltet. „Unsere Tamara gehört zu den Besten in Bayern“, sagt Willy Weber nicht ohne Stolz. Mit dem Nachwuchs schaue es gut aus, freut sich Tanja Weber, „wir sind offen für jeden, der uns gerne kennenlernen möchte. In der Kindergruppe sind aktuell Kinder aus Russland, in der Vergangenheit kamen auch Kinder aus dem Kosovo und der Türkei zum Verein. Es ist selbstverständlich, dass auch Kinder mit Behinderung bei uns herzlich willkommen sind. Die Kinder erleben hier ein harmonisches Miteinander, haben Spaß und fühlen sich wohl. „Wir sind nicht nur cool, sondern auch integrativ“, lacht Willy Weber. Es gehe um Gemeinschaft, man kümmere sich um alle Generationen und Nationalitäten. „Wir haben schließlich kein Recht auf diese Gemeinschaft, nur weil wir hier geboren sind. Für mich ist die Zugehörigkeit zum Trachtenverein Ausdruck für meine Dankbarkeit, hier leben zu dürfen,“ erklärt Tanja, „vielleicht geht es den anderen ebenso.“

 

Neben dem Platteln, das übrigens ab Kathrein (25.11.) bis zu Stephani (26.12.) eingestellt wird, organisiert der Verein eine ganze Reihe von Veranstaltungen, die man auf der Website der Saalachthaler findet. Die beliebte Stallweihnacht zum Beispiel ist immer sehr früh ausgebucht.  „Wir freuen uns, wenn die Reichenhaller uns wahrnehmen und bei unseren Veranstaltungen mitmachen. Am 2. Oktober findet zum Beispiel jedes Jahr unser „Boarischer Tanzboden“ im Königlichen Kurhaus statt, eine sehr begehrte Veranstaltung, zu der vor allem Gäste aus anderen bayerischen Regionen kommen. Da würden wir uns über einheimische Tänzer sehr freuen“, sagt Tanja.

Einen besonderen Tipp hat Tanja noch für Familien: „Unser Zwergerlweg, der in der Coronazeit entstanden ist, ist ein wirklich liebevoll gestalteter Weg vom ehemaligen Wirtshaus Schroffen zum Thumsee. Wir haben Bausets für kleine Häuschen ausgegeben, jede Familie hat damit eine Baumwurzel am Weg gestaltet. Die Häuser werden übrigens der Jahreszeit entsprechend dekoriert.“

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