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Süßes
Veröffentlicht am 11.10.2019
von Sophie

Kirtag Pavesen

 

Was wäre ein Kirtag – also übersetzt Kichweih – ohne selbstgemachte Pavesen? Schon seit ich denken kann gibt’s die immer Mitte Oktober. Für mich leiten Sie die schönste Zeit im Jahr ein. Nicht nur, weil ich den Herbst und die kühleren Tage so mag, sondern eben auch weil Kirchweih ist. Bei uns zuhause wird dann gemütlich Kaffee mit der Familie getrunken und am späten Nachmittag über den Kirchweihmarkt geschlendert.

 

Eigentlich sind Pavesen ein typisches „arme Leute Essen“. Zwetschgen waren in vielen Bauerngärten meistens im Überfluss und wurden ohne Zucker zu Povidel weiterverarbeitet. Altes Brot musste auch bisweilen verwertet werden.

 

Für euch habe ich sogar mal nachgeschaut, wo die Pavesen ihren eigentlichen Ursprung haben. Ich konnte es gar nicht glauben: In Wahrheit sind Pavesen schon richtig alt, denn sie kommen aus der Zeit des Mittelalters aus der Stadt Pavia (südlich von Mailand), daher auch der ähnlich klingende Name. Wie sie ihren Weg zu uns gefunden haben, kann ich euch leider auch nicht sagen ;).

 

Aber jetzt zum Rezept…

Ihr braucht:

4 Portionen | 20 Minuten | Rezept drucken
2 Altbackene Semmel oder Weißbrot
8 El Powidel
1 großen Schluck Milch
2 Eier
Vieeeel Pflanzenfett zum Rausbacken

So wird‘s gemacht

Ihr schneidet das Weißbrot in dünne Scheiben, etwa 1 cm dick, bestreicht sie mit Powidel und klappt zwei wieder zusammen. Wenn ihr alle Pärchen fertig habt, verrührt ihr die beiden Eier mit der Milch.

 

Nun geht’s ans Backen. Die Semmel-Pärchen werden gründlich in der Eier-Milch-Mischung gewendet und im heißen Pflanzenfett rausgebacken, bis sie schön goldbraun und knusprig sind. Ihr könnt das in einem Topf machen, oder in einer Pfanne. Wichtig ist nur, dass die Pavesen schwimmen können. Wenn ihr es, so wie ich, in einer Pfanne macht, schwenkt sie immer hin und her. So braucht ihr weniger Fett und die Pavesen brennen nicht an. Meine Oma macht’s immer in viel mehr Fett im Topf, das liegt ganz bei euch.

 

Zum Abtropfen lege ich sie immer auf Küchenkrepp, dann sind sie nicht ganz so fettig. Noch etwas Puderzucker drauf und schmecken lassen! Aber Vorsicht, frisch sind sie ganz schön heiß!

 

Wenn ihr keine Zeit habt, die kleinen Leckerbissen selber zu machen, dann schaut doch einfach mal beim Bäcker eures Vertrauens vorbei. Im Oktober gibt’s die eigentlich immer. Oder am Kirchweihmarkt in Freilassing: Das Café Vogg hat sie die letzten Jahre immer ganz frisch zubereitet.

 

Wenn ihr euer Powidel selber machen wollt:

Dazu braucht ihr nur:


3 kg Zwetschgen (ganz, reife Frucht)

 

Die Zwetschgen werden gewaschen und entsteint. Danach kommen sie für gut zehn Stunden ins Backrohr bei etwa 160° C. Am besten in ofenfeste Auflaufformen. Es muss nicht umgerührt werden. Einfach rein damit, und warten. Die Zwetschgen werden langsam dunkler, Saft tritt aus und reduziert sich wieder.

Grundsätzlich gehört in Powidel auch kein Zucker. Ihr könnt aber alle zwei Stunden die Zwetschgen mit Zucker bestreuen, warten bis es karamellisiert ist und wieder umrühren. Dann wird eure Marmelade süßer. Ob ich Zucker verwende oder nicht, entscheide ich immer an der eigenen Fruchtsüße des Obstes. Meistens lasse ich es weg.

Wichtig ist einfach nur, dass ihr den Ofen in den letzten Stunden nicht aus den Augen verliert. Ist die Masse schwarz ist es genau richtig! Sie wird zäh und dickflüssig und wird noch warm in Gläsern abgefüllt. (Ganz wie normale Marmelade).

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