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Veröffentlicht am 03.01.2022
von Bad Reichenhall

Das Kleine Filmmuseum

 

Im Keller ihres Einfamilienhauses in Bad Reichenhall haben Helma Türk und Christian Riml ein kleines Filmmuseum eingerichtet. Hier bewahren die beiden wahre Schätze der Filmgeschichte.

 

Helma Türk stammt eigentlich aus dem Ruhrgebiet. Über eine gemeinsame Freundin lernt sie in Bayern den Tiroler Christian Riml kennen und lieben. Christians Vater Walter Riml ist Schauspieler und Kameramann. Besonders hinter der Kamera erlangt er internationale Bekanntheit.

1962 ist er Chef des zweiten Kamerateams beim Film Gesprengte Ketten mit den damaligen Weltstars Steve McQueen, James Coburn, Richard Attenborough und James Garner. Für den James Bond Film Im Geheimdienst Ihrer Majestät von 1969 arbeitet der Tiroler Walter Riml als Spezialist für Schnee- und Bergaufnahmen. Der 2,05 Meter große Tiroler ist quasi der Vorgänger des legendären Willy Bogner.

Mitarbeit bei Steve McQueens „Le Mans“

 

Auch den Sohn zieht es schon in seinen frühen Jahren zum Film. Der junge Christian Riml hört in einem Tiroler Dorf von einem Regisseur, der hier einen internationalen Spielfilm mit Omar Sharif dreht. Durch List verschafft er sich Zugang in die Hotelsuite des Regisseurs und bietet seine Mitarbeit an. „Solche Burschen wie dich können wir brauchen„, meint der Regisseur und Riml war bei der Crew dabei. Jahre später ruft ein befreundeter Produktionsleiter an und fragt, ob Riml beim Dreh von Steve McQueens „Le Mans“ dabei sein will. Riml, der fließend Französisch spricht, leistet damals gerade seinen Militärdienst. „Christian, hast du Lust, mit Steve McQueen einen Film zu drehen? – „Ja gern, aber momentan bin ich Staatseigentum„. Riml wird freigestellt und darf mit nach Paris. Mehrere Le Mans Exponate zieren die Wände des Museums.

 

Ein Fußbruch beendet Christian Rimls Filmkarriere, stattdessen studiert er BWL und arbeitet bei großen internationalen Firmen. Erst 2005, zum 100. Geburtstag des Vaters, erwacht die Liebe zum Film neu. Über Jahre hinweg sammeln Helma Türk und Christian Riml fortan historische Filmmaterialen.

 

Bei alten Filmen ist es oft so, dass nur Fragmente erhalten und diese dann weltweit verstreut sind“, erklärt Helma Türk. Es sind Aufnahmen von Expeditionen nach Nepal, Indien und in viele andere Länder. Hätte sie das Paar nicht genommen, wären sie auf dem Müll gelandet.

2018 wird aus der Privatsammlung das Kleine Filmmuseum. „Wir sind mit unserem Museum völlig unabhängig und können hier walten, wie wir wollen„, sagt Riml. Im Archiv von Helma Türk und Christian Riml befindet sich nicht nur der Nachlass von Walter Riml , sondern auch der von Vivi Bach und Dietmar Schönherr.

Eine Führung durch das Kleine Filmmuseum

 

Es steckt viel Arbeit, Geld, Energie und Herzblut in unserem Museum", so Türk, die mich durch die Räume führt und die Exponate erklärt. Groß ist das Museum nicht, aber jede Ecke wird genützt. Man könnte Stunden hier verbringen und sich in dem zusammengetragenen Wissen verlieren.

 

Neben historischen Filmplakaten finden sich Vorführapparate, nie gezeigte Fotografien und Filmaufnahmen. Filmpreise wie der Bambi, die Goldene Kamera oder die Coppa Coni ergänzen die Ausstellung.

Technisches Highlight der Ausstellung ist eine Leihgabe des Park-Kinos: ein Filmprojektor aus dem Jahr 1926, bei dem die Filmrolle noch mit einer Handkurbel bewegt werden muss. Die Museumsbetreiber erklären, dass man deswegen auch heute noch Filme „dreht“.

 

Das Kleine Filmmuseum erklärt die wichtigsten Epochen der Filmgeschichte mit Texten und Collagen. Von der Ära der Stummfilme über den Bergfilm der 1920er Jahre zu den Filmen der 1930er und -40 Jahre. Ein Abschnitt der Ausstellung beschäftigt sich ausschließlich mit den in den 1930er Jahren in der Arktis gedrehten Filmen.

Natürlich hat auch der Heimatfilm der 1950er Jahre seinen Platz in der Ausstellung. Zahlreiche Ludwig Ganghofer Verfilmungen wurden ja bei uns im Berchtesgadener Land gedreht.

 

Helma Türk kennt zu allen Epochen spannende Anekdoten und erzählt zum Beispiel wie das Löwenbräu in die Arktis kam.

Das Kleine Filmmuseum ist eine private Sammlung. Helma Türk und Christian Riml führen Interessierte aber gerne durch das Museum. Ihr könnt Euch telefonisch unter der Nummer +49-160-93073829 anmelden. Der Eintritt ist frei, über eine Spende freuen sich die Museumsbetreiber.

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